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![]() Foto: Jacqueline Krause-Burberg Musikalische Leitung: Christoph Gedschold Das Flüchtlingsproblem war im 20. und ist im 21. Jahrhundert eine der Konstanten der Weltpolitik, egal ob die Fluchtbewegungen durch Kriege, politische Repressionen oder sonstige problematische, Existenz gefährdende Lebensverhältnisse ausgelöst werden. Heute gibt es verschiedene völkerrechtliche Regelungen, die aber alleine nicht ausreichen, um die menschlichen Dramen, die Katastrophen, die mit diesen extrem gefährlichen Unternehmungen einhergehen, einzudämmen. Neben der Linderung des Leids von Flüchtlingen, sollte daher die Beseitigung von Fluchtursachen ganz oben auf der Agenda einer sinnvollen Flüchtlingspolitik stehen. Zusätzlich gefordert ist allerdings, dass jeder einzelne Mensch – angesichts der langen und andauernden Geschichte von Flucht und Vertreibung – nicht wegschaut oder in Schweigen versinkt, so als ginge ihn das Elend anderer Menschen nichts an.Dieses hochbrisante und aktuelle Thema bespiegelt die letzte Oper des bedeutenden tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů (1890-1959). Martinůs "Die Griechische Passion" ist eine Vertonung von Nikos Kazantzakis' Roman "Der wieder gekreuzigte Christus". Der angesehene griechische Schriftsteller (geboren 1885 auf Kreta, gestorben 1957 in Freiburg im Breisgau) wurde einem breiteren Publikum vor allem durch die legendäre Filmversion seines Romans "Alexis Sorbas" aus dem Jahr 1964 mit Anthony Quinn in der Hauptrolle bekannt. Bohuslav Martinů, der 1940, nachdem Paris von den Nazis besetzt wurde, von Südfrankreich aus in die USA emigrieren musste, hat den Flüchtlingsstatus schmerzlich selbst erfahren. "Die Griechische Passion" (Uraufführung der zweiten Fassung: 12. Juni 1961 am Züricher Opernhaus, Londoner Urfassung: 1958) gilt als eine seiner einheitlichsten und reifsten Partituren. Martinů hat für dieses spannende und aufwühlende Werk eine Tonsprache entwickelt, die musikalische Erfahrungen aus dem Schaffen Leoš Janáčeks mit Elementen griechischer Folklore, griechisch-orthodoxer Liturgie und Tanzmusik verbindet. |
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