Badisches Staatstheater Karlsruhe

 
Wiederaufnahme am 29.10.2010, OPERNHAUS
DON GIOVANNI
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Lorenzo da Ponte

MOZARTS „DON GIOVANNI“ verdient als eines der genialsten Musikdramen aller Zeiten den Titel „Oper der Opern“. Dabei steht im Mittelpunkt eine wenngleich faszinierende so doch skrupellose Gestalt: Der Titelheld verkörpert eine Naturgewalt ohne Empfinden für Moral und Verantwortung. Don Giovanni ist ein geradezu krankhafter Lüstling, ein gewissenloser Missetäter und Mörder eines alten Mannes. Sein Lebensziel ist es, dasjenige weibliche Wesen zu erobern, in das er momentan verliebt ist. Faszinierend und abgründig, übt er auf die Personen seines Umfeldes einen gefährlichen Sog aus: auf Donna Anna, die er verführt und deren Vater er im Zweikampf tötet, auf Ottavio, den er entehrt, auf seine Ehefrau Donna Elvira, die er schmählich verlässt, auf den Diener Leporello, den er ausnutzt, auf das Bauernmädchen Zerlina, die ihm fast erliegt, und auf Massetto, den er nicht nur einmal hörnt. Nur einem Gegenspieler ist er nicht gewachsen: dem Tod, der ihn am Schluss der Oper in einer spektakulären Höllenfahrt zu sich hinab reißt.

DER BERÜHMTESTE WÜSTLING der Weltgeschichte kommt letzten Endes nicht seiner erotischen Exzesse wegen in die Hölle. Erst als er sich in lebensüberdrüssiger Selbstüberschätzung auf das Nachtmahl mit einem Toten einlässt, lädt er eine unverzeihliche Schuld auf sich: Er vergeht sich am Leben selbst. Er selbst bittet den Komtur zum ‚Stelldichein’ und liefert sich dadurch seiner Rache aus, die erst durch diesen Schritt vollends gerecht wird. Indem er dem Jenseits spottend gegenüber tritt, verwirkt er endgültig seine Chance auf Vergebung. Sein Ende, das bereits in der Ouvertüre drohend anklingt, ist nun unausweichlich.

Musikalische Leitung: Jochem Hochstenbach
Regie: Robert Tannenbaum
Bühne/Kostüme: Peter Werner
Chor: Markus Bieringer


 
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