Badisches Staatstheater Karlsruhe

Schauspiel
Premiere am 09.10.2010, SCHAUSPIELHAUS
CABARET
Ein Musical von John Kander/Joe Masteroff/Fred Ebb

Regie und Bühne: Achim Thorwald

Berlin – Ende der verrückten 20er-, Anfang der gedrückten 30er-Jahre, der Tanz auf dem Vulkan, die Sinfonie einer Großstadt, die Extreme einer Weltstadt; und mittendrin ein kleiner Club mit einem Conférencier, einer amerikanischen Sängerin und einigen tanzenden Mädchen. Respektlose Subkultur, deren Kunst auch vor der Politik nicht halt macht, verpackt in swingende Musik und Kostüme, kürzer als erlaubt.

Und dann die kleine Pension in der Nollendorfstraße, Fräulein Schneider verdient sich etwas Geld dazu. Hier leben die Sängerin und auch ihr neuer Freund Cliff Bradshaw. Cliff hat einen wachen politischen Blick, er sieht die braune Macht auf den Straßen marschieren. Er fleht die Sängerin Sally an, mit ihm Deutschland zu verlassen. Doch Sally findet die Sorgen unbegründet, sie hängt an ihrem Kit-Kat-Klub.

Wer kennt es nicht, das berühmte Musical, den berühmten Film. Eine Vorlage, die immer eine Ausnahme darstellte, da mit „Cabaret“ bewiesen wurde, dass Unterhaltung, Musik und gesellschaftliche Kritik sich nicht ausschließen.Und auch hier: das Stück eines Abschieds, die Vorlage, Christopher Isherwoods Roman „Good-bye to Berlin“, hat den Abschied schon im Titel, und Sally singt „Bye-Bye, mein lieber Herr …“. Irgendwann sind die Nachtklubtänzer, die nicht arisch waren, aus dem Land geflohen, und die kulturelle Szene der Weltstadt wurde viel langweiliger.

„Cabaret“ wird am 20. November 1966 in New York uraufgeführt. Die Verfilmung entsteht 1972, Regie führt Bob Fosse, Liza Minelli spielt die Sally Bowles. Der Film erhält 8 Oscars.


 
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