Badisches Staatstheater Karlsruhe

Schauspiel
Premiere am 25.09.2010, SCHAUSPIELHAUS
DAS SPARSCHWEIN (La Cagnotte)
von Eugène Labiche. Deutschsprachige Erstaufführung der Übersetzung von Sabrina Zwach

Regie: Thomas Schulte-Michels

Man schreibt das Jahr 1864. Sechs honorige Provinzbürger treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Kartenspiel. Mittelpunkt und Symbol ihres Vereins ist ein Sparschwein, in das zwar ungern, aber notgedrungen eingezahlt wird. Nun ist es voll und muss geschlachtet werden. Das durch das Kartenspiel erwirtschaftete Geld soll für einen gemeinsamen Zweck eingesetzt werden. Nach einer erregten Debatte verständigt man sich auf eine Reise nach Paris.

Dort erleben die Provinzler allerdings ihr blaues Wunder. Sie geraten in den Strudel unglaublicher Ereignisse. Ihre Lage wird zusehends delikater und brisanter. Die Ereignisse überschlagen sich: Ein Essen im Restaurant bringt sie an den Rand des Ruins, sie werden verhaftet und landen im Gefängnis, geraten in die Fänge eines zwielichtigen Heiratsvermittlers, kurz: Sie werden Opfer zahlreicher Betrügereien, Irrtümer und Pannen und als es schließlich Nacht wird in Paris, sitzen sie ohne Geld und Obdach auf der Straße …

Labiches Komödie geht über den harmlosen Spott hinaus. Was als Vergnügungsreise geplant war, wird zum Albtraum. Aus Witz wird Aberwitz. Respektlos wie Offenbach verspottet Labiche die bourgeoise Gesellschaft, blickt hinter deren operettenhafte Kulissen und entlarvt deren heuchlerische Borniertheit und trivialen Sehnsüchte.

Eugène Marin Labiche (1815-1888) schreibt Zeit seines Lebens 175 Lustspiele, Possen und Farcen. Labiche ist ein ungeheuer geschäftstüchtiger Autor, denn er engagiert verschiedene Partner, die mit ihm an den Stücken arbeiten. Als er 1880 Mitglied der Académie française wird, findet das keinen einhelligen Beifall, denn: „Man gibt doch keinen Akademie-Sessel an eine Firma“. Die Uraufführung „Das Sparschwein“ findet 1864 im Théâtre du Palais-Royal in Paris statt.


 
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